Donwhill in La Paz und der Lago Titicaca

La Paz, El Alto, ein Stadtteil den man bei Nacht nicht unbedingt alleine betreten soll. Oben auf dem Hochplato von La Paz gelegen befindet sich einer der ärmsten Viertel von La Paz, für uns der perfekte Startpunkt für ein außergewöhnlichen Downhill-Ride.

Nachdem mein Guide und ich uns vom Hostel aus mühsam bis zur roten Gondel geschleppt hatten, ging es mit dieser hoch Richtung "El Alto".
Wir radeln also durch diese arme Gegend, bis uns eine kurze Session von langen, steilen Treppen auf den Haupt-Highway von La Paz bringen. Über diesen muss alles, was nach La Paz runter möchte.
Zwischen den Abgaswolken von alten Busen und Autos fahren wir den Highway hinab. Das Surfen auf dem Hinterrad auf diesem chaotischen Highway, zwischen LKWs und Busen und der Blick über die Stadt machen schon an dieser Stelle das ganze besonders.
Irgendwann biegen wir rechts ab, ein kurzes Stück nach oben und vor uns beginnt der Downhill-Track. Sprünge, loses Gestein und Anlieger-Kurven lassen mein Herz höher schlagen.
Unten angekommen geh es wieder über die Steilen Straßen Richtung Gondel. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und sichtlich erschöpft von der guten Fahrt mit wirklich miserablen Downhill-Bikes starten wir eine weitere Runde.

Für mich waren die Rides unbeschreiblich anders als alles andere was ich bisher mit zwei Räder bezwungen habe. Nicht das technische, sondern die Location und der Flair standen hier im Vordergrund.

Nach ein paar Tagen lasse ich schließlich La Paz hinter mir.

Auf dem Weg Richtung Cusco sollte man den Titicacasee, den höchsten See der Welt, natürlich nicht auslassen.

Gesagt getan. So ging es mit einem ziemlich maroden Bus in das 4h entfernte Copacabana. Gebraucht haben wir eher 6h und davon mindestens eine Stunde bis wir von La Paz City durch den Verkehr hoch nach El Alto gekommen sind.

Oben angekommen geht es über holprige Straßen weiter bis wir am Titicacasee ankommen. Um einen Fluss zu überqueren, setzten wir auf eine Fähre über. Besser gesagt fährt der Bus auf einem Holzkonstrukt mit Ausenborder und wir setzen in einem kleinen Motorboot über.

Für die geschätzten 60m Distanz dauert  dieses Procedere gefühlt eine Stunde. Danach geht es weiter und für die letzten 50km brauchen wir, dank extrem guten Straßen, nochmal über eine Stunde.

Der Tag ist schon fast zu Ende und wir fallen nur noch in unsere Betten und schlafen auf Matratzen mit Holzkontakt.

Am nächsten Tag brechen wir auf Richtung  "Isla del Sol" diese Insel befindet sich im Titicacasee und wer hätte es gedacht, sie macht an diesem Tag ihrem Namen aller Ehre.
Bei strahlendem Sonnenschein laufen wir über die kleinen Wege der Insel, um schließlich weit oben Rast zu machen. In einem kleinen Restaurant genießen wir für umgerechnet 4€ eine Quinoa-Suppe, frischen Trutcha  (Forelle) mit Reis und Gemüse und zum Nachtisch noch Banane mit Schokosoße.
Mehr als 3 Stunden verweilen wir bei Bier und Sonnenschein an diesem gemütlichen Restaurant.

Die Nacht verbringen wir schließlich in einem sehr einfachen Hostel auf der Insel. Zum spülen der Toiletten wird hier ein Eimer mit Regenwasser verwendet, kostbar ist das Wasser auf der Insel, wie überall in Bolivien. Wobei ich mich an dieser Stelle wundere, warum für die Toilettenspülung nicht einfach Seewasser verwendet wird.

Am nächsten Tag verlassen wir die Insel und schlendern noch durch die Straßen von Copacabana, bis um 18:30Uhr schließlich unser Nachtbus nach Cusco startet.

Ja und in diesem befinde ich mich gerade und nutze die Zeit also sinnvoll. Schlafen werde ich wohl eher wieder kaum, so bequem sind die Semi-Cama (Semi-Betten) Sitze eben doch nicht.

Bis bald und ich hoffe, ich konnte ein weiteres mal ein bisschen ein Hauch von Südamerika in die deutschen Vier Wände bringen.

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