Torres del paine - Immer wieder das Wetter
Sonntag, 17. Dezember:
6 Stunden hat die Fahrt von El Calafate nach Puerto Natales gedauert.
Dann hieß es "Welcome to Chile".
Nach kurzem chillen im Hostel, dass ziemlich heruntergekommen aussieht, aber dennoch gemütlich ist, hieß es erstmal Geld holen.
Wieder sind die Gebühren mit 7€, wie bereits in Argentinien, extrem hoch.
Einziger Wermutstropfen, ich konnte mir endlich eine Simkarte für mein Handy holen und bin somit nicht mehr auf das extrem schlechte WLAN angewiesen.
Erwähnenswert zum Hostel ist, dass die Gäste praktisch mit der Besitzerfamilie zusammen wohnen. Das ganze macht aber eine recht gemütliche Athmosphäre.
Der Tag geht relativ unspektakulär zu Ende, doch das Wetter ist den ganzen Tag über sehr bescheiden, weshalb ich mir eigentlich sicher bin, dass ich am nächsten Tag nicht wandern werde, zumal die Wetterprognosen auch nicht gerade prickelnd sind.
Ich beschließe den Hostel-Betreiber nach dem Wetter zu fragen und meine Entscheidung für den nächsten Tag von seiner Meinung abhängig zu machen.
Seine Aussage ist kurz und dennoch hat er Recht. Er habe noch nie eine Aussage zum Wetter gemacht wenn ihn Gäste danach gefragt hatten, wir sind in Patagonien hier muss man sich immer auf alles einstellen.
Jetzt bin ich genau so weit wie davor.
Der Abend vergeht und ich bin mir schon fast sicher, dass ich nicht im Torres del paine wandern werde. Doch als ich meinen Plan zum ersten mal laut ausspreche ist der Widerstand der anderen Gäste und des Hostel-Betreibers groß.
"Niemand fährt nach Paris und besichtigt dann den Eifelturm nicht"
"Das ist einer der schönsten Orte in Patagonien"
bekomme ich zu hören.
Irgendwann haben sie mich dann eben doch so weit gebracht. Rund 50€ kostet der ganze Spaß, Hin- und Rückfahrt schlagen mit gut 20€ zu Buche, 29€ Kostet der Eintritt zum Nationalpark.
Ich muss wirklich sagen, dass ich normalerweise nicht so viel Geld für eine Wanderung ausgeben würde. Dennoch, überall liest man, dass der Torres ein Highlight sei. Ich buche also auch ein Bus für den morgigen Tag und das obwohl ich mir bewusst bin, dass es bei schlechtem Wetter einfach nur ätzend wird. Meine Ausrüstung zum wandern ist sowieso schon extrem minimalistisch, für schlechtes Wetter ist sie auf jeden Fall überhaupt nicht geeignet.
Ein letzter Blick auf die Wetterprognose zeigt nicht gerade das was ich gerne hätte. Maximale Temperaturen 5°, immerhin nur bewölkt und eine Regenwahrscheinlichkeit von nur 40%.
Die Lust schwindet bei mit trotzdem ins Bodenlose.
Montag, 18. Dezember:
Viel zu früh klingelt der Wecker. Um 07:30 Uhr fährt der Bus. Im Zimmer war es die ganze Nacht eiskalt. Kein Wunder, denn die Wände sind gefühlt nur aus Karton, Isolierung Fehlanzeige.
Grund genug eine morgendliche Dusche zum Aufwärmen zu nutzen.
Franzi, die übrigens noch mit mir reißt, ist sich nicht mehr sicher wo der Bus abfährt. Dank meiner Sim-Karte kann sie bei der Busagentur anrufen. In 10 Minuten ist Abfahrt, 20 Minuten früher als wir dachten. Mir reicht es nicht mal mehr meine Zähne zu putzen, ich werfe noch schnell die Zahnbürste und das Essen in den Rucksack und wir eilen los, dabei vergesse ich leider das Gipfelbier einzupacken.
Wir schaffen es rechtzeitig zur Abfahrt.
Müde wie ich war, habe ich die kompletten zwei Stunden im Bus durchgeschlafen.
Wir kommen an, das Wetter sieht sehr bescheiden aus und es ist arschkalt. Wir Stellen uns in eine Schlange, weil jeder der in den Nationalpark möchte, zunächst sich ein Video über die Verhaltensregeln anschauen muss. Es dauert ewig.
Endlich laufen wir los und bereits nach 15 Minuten erinnere ich mich wieder an die Worte des Hostel-Betreibers von Gestern. Das Wetter hier ist unberechenbar. Unberechenbar heißt für uns heute jedoch unberechenbar im positiven Sinne.
Die Wolken ziehen auf, die Sonne kommt raus. Der Zwiebel-Look war auch heute wieder angesagt. Je mehr wir laufen, desto dünner wird die Zwiebel, am Ende laufe ich Oben ohne bis zur Hälfte. den Rest in T-Shirt und kurzer Hose. Lediglich auf dem Gipfel muss ich wieder die Jacke anziehen.
Wahnsinn, wer hätte das gedacht, dass wir solch einen schönen Tag bekommen.
Wieder geht es durch eine wunderschöne Berglandschaft, durch Wälder und entlang einem kleinen Flusslauf.
Oben angekommen stehen wir vor einer Lagune, im Hintergrund die drei Spitzen des Torres. An dieser Stelle sagen die Bilder mehr als ich hier schreiben kann.
Der Aufstieg hat sich definitv gelohnt.
Unten wieder angekommen verpassen wir fast noch unseren Bus. Während der Fahrt hält auf einmal der Bus, ein Puma!
Ja richtig, hier in Patagonien gibt es Pumas und wir haben tatsächlich auch einen gesehen. Franzi hat es sogar geschafft noch ein Bild zu schießen. Ich war an dieser Stelle leider zu langsam, wieder einmal hatte mich der Bus in den Schlaf geschaukelt, zum Fotografieren hat es für mich nicht mehr gereicht.
So nachdem ich jetzt einen großen Teil der Busfahrt damit verbracht habe diesen Post zu schreiben, lasse ich mich wieder in den Schlaf schaukeln und freue mich an dieser Stelle bereits auf ein kaltes Bier und hoffentlich gutes Essen.
Morgen geht es weiter nach Punta Arenas, ich hoffe dort bekomme ich ein paar Pinguine zu Gesicht. Am 21.12 geht dann endlich der Flieger Richtung Norden und das heißt hier in Südamerika in Richtung Wärme.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen