Obelix braucht seinen Zaubertrank
Sonne, Wind, Schatten,
und wieder Sonne.
Wenn das Wetter hier eines bestimmt nicht ist, dann beständig.
Jeder Tag in Bariloche endet für mich gleich, ich könnte Abends einfach nur noch tot ins Bett fallen. Die Realität sieht wie so oft anders aus. Die weitere Reiseplanung muss voranschreiten, doch wieder einmal passiert nichts. Gefühlt habe ich schon Tage mit der Flug- und Bussuche verbracht.
Fliegen oder Bus, diese Stadt noch anschauen oder doch lieber gleich durchfahren?
An diesem Punkt macht mir der Trip keinen Spaß mehr und immer wieder macht die schlechte WLAN-Verbindung alles noch ätzender.
Freitag, 07.12.2017:
Frühes Aufstehen um die Planung wieder in Angriff zu nehmen, wieder geht es nicht wirklich vorwärts. Zum Nachmittag leihen wir uns Fahrräder aus um den Circo Chico mit rund 27km zu absolvieren.
Wir starten zu viert, nach ein paar Kilometer wird klar, dass das Tempo der einzelnen Leuten extrem unterschiedlich ist und die Wege trennen sich.
Wir entschließen uns die Tour zu unterbrechen und wandern ca. 1h auf einen Aussichtspunkt, der Blick lohnt sich ohne Zweifel (siehe Bilder), doch die Uhr läuft weiter. Viel zu spät gestartet geht es zurück auf die Räder, nächster Halt ist ein kleiner See.
Ich habe mein Ziel erreicht und komme so am See an, dass mein Bier noch eine genießbare Kälte aufweißt. Auf dem Holzsteg liegend fallen mir immer wieder die Augen zu, der Schlaf fehlt und die Impressionen der ganzen Tage lassen das Gehirn erschöpfen, das Bier steuert seinen Anteil hinzu.
Müde schleppen wir uns wieder auf die Räder. Die Hälfte geschafft, möchte ich auf jeden Fall noch bei der Patagonia Brauerei anhalten. Ich trete in die Pedale, wohlwissend dass mein Tempo für alle viel zu schnell ist.
Angekommen an der Brauerei bestellen wir ein Bier, für mich natürlich ein Großes, woher soll die Kraft für die letzten Kilometer sonst kommen? Wie Asterix genieße ich meinen viel zu teuren Zaubertrank, 5€ für ein Bier, ein stolzer Preis, wie bei allem in Patagonien.
Das Bier in dem Moment ist unglaublich, der Ausblick auf den See und die schöne winzige Brauerei im Hintergrund sind malerisch.
Viel zu wenig Zeit verbringen wir an dieser Stelle viel zu Teuer währen ein weiterer isotonischer Zaubertrank. Die Zeit läuft weiter und die letzten Kilometer in strammen Tempo sind auch für mich ein wenig anstrengend.
Wunderschöne Aussichten haben die Radtour lohnenswert gemacht. Mittlerweile steht für mich fest, Patagonien werde ich noch weiter bereisen um am Ende schließlich von Punta Arenas nach Santiago de Chile zu fliegen.
Eine Vielzahl von Tagen werde ich jedoch nicht verbringen, schön sind die Wanderwege und immer wieder ärgere ich mich nicht mit dem Fahrrad diese erkunden zu können, singletrails aus dem Bilderbuch.
Dennoch, der Gedanke bald in einer Hängematte am Strand zu liegen lässt meine Lust nach Meer wachsen.
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