A Never Ending Street

Sonntag, 11 Dezember 2017:
14:30 Uhr:

Der Bus Richtung El Bolson startet, zwei Stunden sind für die Fahrt eingeplant.
Die Fahrt verläuft gut und wir sind pünktlich am Zielort, dennoch bei dem Gedanken an den morgigen Tag muss ich tief durchatmen.
Nur eine winzige Kostprobe war die heutige Fahrt. Morgen wird dann vor die 2 noch mal eine 2 vorangestellt.
22h im Bus, noch nie habe ich so etwas davor gemacht, wer macht so was auch schon?🤔

In el Bolson angekommen suchen wir das Hostel, dieses mal ist es ein 11-Bett-Zimmer. Diese Tatsache wird bei der Ankunft noch getoppt, das Dorm ist im  Dachgeschoss und sehr schlecht belüftet. Bei unserer Ankunft hat es draußen um die 30°, perfekt also um das Dachgeschoss auf gefühlte angenehme 50° über den Tag aufzuheizen. Eine Nacht, dass sollte machbar sein, sagt mir meine innere Stimme.

22h Busfahrt das sollte auch machbar sein, doch an dieser Stelle ist Ruhe. Keine innere Stimme, im Gegenteil, immer wieder frag ich mich warum ich das mache, doch die Antwort dafür finde ich selbst nicht. Nach kurzen überlegen kommen wieder die schwäbischen Wurzel heraus, des Geldes wegen.
Sparen war nun schon immer anstrengend, viel zu Teuer ist Argentinien ohnehin bereits.

Zurück nach el Bolson, nachdem mein Gedankengang einfach keinen Ausweg aus der Misere findet brechen wir auf zu einer kleinen Wanderung. Heute in Flip Flops, der Weg und die Aussichtsplattform erinnern mich sehr an den Schwarzwald.

Unten wieder angekommen gehen wir was essen "Cervezeria del Centro" Das Wort Bier beinhaltend, kann es nur ein gutes Restaurant sein. Das Bier und das Essen sind sehr gut und im Hintergrund spielt eine kleine Band.
Sie passen perfekt in den Hippie-Ort El Bolson.

Der Tag geht zu Ende und wir gehen zurück ins Hostel. Es scheint als hätte der Wettergott schon Stunden zuvor unsere Sauna im Dachgeschoss vorgeheizt. Ab diesem Moment wird mir klar, dass ich hier nicht viel schlafen werden.

Irgendwann schlaf ich dennoch ein um kurz darauf wieder aufzuwachen. Der Blick streift durch den Raum, plötzlich bleibt er stehen. Ein nackter Arsch. verschlafen und müde wie ich bin, kapiere ich es erst gar nicht, doch dann Sekunden später, realisier ich dass bei der Person irgend etwas zwischen den Beinen baumelt.
Ich wische mir kurz durch die Augen, kein Traum, was zur Hölle macht dieser komische Franzose?!
Mir wird klar, dass hier definitiv der Punkt gekommen war, an dem es besser ist die Augen zu schließen, Schlaf hin oder her. Und wieder einmal verstehe ich die Franzosen noch viel weniger, als ich sie davor schon nicht verstanden habe -komisches Volk.

Montag, 11.12 2017:

09:30 Uhr , der Bus, dessen Fahrt wahrscheinlich nie Enden wird, startet in Richtung El Chalten. Gerade im Moment befinde ich mich in diesem.
Schon seit Stunden fahren wir durch eine scheinbar nie endende Wüsten/Steppenlandschaft. Lange Zeit ist hier einfach nichts, kein Haus, einfach nur diese Straße.
Es ist die Route 40 und so recht ich mich erinnern kann bildet diese einen Teil der Panamericana. An dieser Stelle ziemlich unspektakulär.
Es dauert noch Stunden bis wir ankommen und den Rest der Zeit werde ich wohl mit Musik, Filme und ab und zu Spanisch lernen tot schlagen.

16:00 Uhr:
Der Bus hält plötzlich mitten im Nirgendwo an, ein stehen gebliebenes Auto. Unsere Busfahrer-Crew ist so freundlich und gibt dem Auto Starthilfe, ziemlich erschreckend ist der Gedanke hier stehen zu bleiben.
Wir nutzen die Pause und schießen Fotos, sitzend auf einer Straße die scheinbar nur geradeaus geht.

22:00 Uhr:
Trotz einer extrem ätzendenden Busfahrt, die Landschaft hat etwas  malerisches. Kein Zeichen von Zivilisation. Der Himmel fängt sich langsam an rot zu färben, ab und zu Schaffherden an der Seite der Straße. Ein kleines Alpaka springt gerade seiner Herde hinter her als meine Blicke nach draußen gleiten.

Immer wieder kommen mir Zweifel auf, ob die Reise nach Patagonien eine richtige Entscheidung war. Die menschenleere Gegend gibt mir zum ersten mal das Gefühl wirklich weit weg von allem zu sein.

03:30 Uhr:
Mein kurzer unerholsamer Schlaf endet an dieser Stelle. Das klappern sämtlicher Bauteile im Bus lassen mich erwachen, aber wieso?
Meine vermutung bestätigt sich, wir fahren schon seit einer Ewigkeit auf einer Schotterpiste. Wahnsinn, wo bin ich da nur rein geraten?

07:00 Uhr:
Endlich sind wir da!

08:30 Uhr:
Wir brechen zu einer 8 Stunden Wanderung auf🙈

Kommentare

  1. Aber so wie es aussieht wurdest du mit einem leckeren Steak belohnt ;)

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Cusco Machu Picchu und und und

Lima - Streetart, Big City Life and The Ocean